Kulturentwicklung in Krisenzeiten:
Warum Werteorientierung für Banken essenziell ist.
26. März 2025

Teil I der Reihe: Krisenmanagement durch Kulturentwicklung
Banken stehen zugleich vor mehreren Herausforderungen: Einerseits setzen Krisen wie wirtschaftliche Unsicherheiten, steigender Wettbewerbsdruck und der Fachkräftemangel die Organisationen unter Druck. Andererseits wächst die regulatorische Last durch strengere Bankenaufsicht und umfassende Compliance-Vorgaben. In diesem Spannungsfeld entscheidet nicht nur eine solide Strategie über die Zukunftsfähigkeit des Hauses, sondern vor allem eine starke und zugleich belastbare Organisationskultur. Eine werteorientierte Kultur kann Stabilität schaffen, Mitarbeitende binden und gleichzeitig die Brücke zwischen regulatorischen Anforderungen und einer kundenorientierten Beratung schlagen. Doch wie kann es Banken gelingen, in einem stark regulierten Umfeld eine solche Kultur zu entwickeln?
Kulturentwicklung in Krisenzeiten: Warum Werteorientierung für Banken essenziell ist
Die letzten Jahre haben gezeigt, dass Herausforderungen zur neuen Normalität geworden sind. Ob geopolitische Unsicherheiten, wirtschaftliche Turbulenzen oder der demografische Wandel – insbesondere Banken sind betroffen. Hinzu kommen steigende regulatorische Anforderungen und eine zunehmende Überwachung durch die Bankenaufsicht. In diesem Umfeld ist es essenziell, eine starke, wertebasierte Organisationskultur zu etablieren, die Stabilität gibt, Orientierung schafft und langfristige Resilienz fördert.
Krisenfestigkeit als Stresstest für die Organisationskultur
Eine Krise stellt nicht nur die finanzielle Widerstandsfähigkeit einer Bank auf die Probe, sondern auch ihre Kultur. Regulatorische Vorgaben wie MaRisk, BAIT oder EBA-Guidelines verlangen von Banken, Risiken umfassend zu managen und eine zukunftsfähige Governance zu etablieren. Dies führt zu einem steigenden administrativen Aufwand und stellt die gesamte Bank, ihre Führungskräfte und alle Mitarbeitenden vor neue Herausforderungen. Gleichzeitig verschärfen Krisen bestehende Probleme – sei es durch steigenden Druck im Vertrieb, durch eine zunehmende Arbeitsbelastung durch zusätzliche Aufgaben oder durch Unsicherheiten in der Belegschaft.
Gerade Banken müssen sicherstellen, dass ihre Kultur nicht unter dem wachsenden regulatorischen Druck leidet. Eine wertebasierte Kultur kann dabei helfen, zwischen den Anforderungen der Bankenaufsicht und einer positiven, motivierenden Arbeitsumgebung zu vermitteln.
Drei zentrale Herausforderungen für Banken
- Regulatorische Anforderungen und deren kulturelle Auswirkungen
Die zunehmende Regulierung führt in vielen Banken zu einer Kultur der Risikoaversion. Entscheidungen werden stärker an regulatorischen Vorgaben als an strategischen Zielen ausgerichtet. Dies kann dazu führen, dass Eigenverantwortung und Innovationskraft verloren gehen. Eine gesunde Organisationskultur muss daher eine Balance zwischen Regulatorik und unternehmerischer Agilität schaffen.
- Führung in einem regulierten Umfeld
Führungskräfte sind heute mehr denn je gefordert, den Spagat zwischen regulatorischen Anforderungen und einer positiven Arbeitsumgebung zu meistern. Während sie einerseits Prozesse und Vorgaben einhalten müssen, ist es andererseits ihre Aufgabe, die Mitarbeitenden zu motivieren und zu binden. Besonders in Banken, in denen flache Hierarchien und persönliche Nähe eine Rolle spielen, müssen Führungskräfte eine Kultur schaffen, die Vertrauen und Engagement fördert.
- Kundenbindung durch gelebte Werte
Banken stehen für Vertrauen, Sicherheit und Kundennähe. Doch wenn regulatorische Anforderungen zu einer rein formalen, regelgetriebenen Arbeitsweise führen, kann dies die Kundenbeziehung beeinträchtigen. Eine Kultur, die klare Werte lebt und Mitarbeitende dazu befähigt, diese authentisch umzusetzen, hilft, trotz hoher Regulierungsdichte eine kundenorientierte Beratung sicherzustellen.
Wie Banken ihre Kultur in einem regulierten Umfeld stärken können
Regulatorik als Teil der Kultur begreifen
Anstatt die Regulatorik als Hemmnis zu sehen, sollten Banken diese aktiv in ihre Kultur integrieren. Eine Kultur der offenen Kommunikation über Compliance-Anforderungen kann helfen, Mitarbeitende nicht nur zu informieren, sondern auch in die Umsetzung einzubeziehen. Der Schlüssel liegt darin, eine proaktive Haltung zu fördern, in der regulatorische Anforderungen nicht nur als Pflicht, sondern als Chance zur Stabilisierung der Organisation verstanden werden.
Führungskräfte als Kulturträger in einem regulierten Umfeld befähigen
Führungskräfte können lernen, das Spannungsfeldern zwischen Regulatorik und Kultur aktiv zu nutzen. Sie sollten als Vermittler zwischen Aufsichtsbehörden und Mitarbeitenden fungieren und eine Kultur der Eigenverantwortung und wertebasierten Entscheidungsfindung fördern. Ein regelmäßiger Austausch zwischen den Menschen innerhalb der Organisation fördert die Balance zwischen Regulierung und Orientierung.
Mitarbeitende in die Kulturentwicklung einbinden
Die Umsetzung regulatorischer Anforderungen darf nicht ausschließlich top-down erfolgen. Eine lebendige Kultur entsteht nur, wenn Führungskräfte und Mitarbeitende aktiv in Veränderungsprozesse eingebunden werden. Kultur-Botschafter:innen, interdisziplinäre Projektgruppen oder transparente Feedbackprozesse helfen dabei, eine Brücke zwischen regulatorischen Anforderungen und einer motivierenden Arbeitsumgebung zu schlagen.
Kultur als festen Bestandteil der Strategie verstehen
Gerade in einem stark regulierten Umfeld ist es essenziell, dass Kultur nicht als „weiches“ Thema behandelt wird, sondern als strategischer Erfolgsfaktor. Ein systematischer Ansatz zur Kulturentwicklung – mit klaren Zielen, messbaren Indikatoren und einer kontinuierlichen Evaluation – sorgt für eine nachhaltige Verankerung.
Fazit: Eine starke Kultur als Erfolgsfaktor in Krisen und Regulierung
Krisen und steigende regulatorische Anforderungen stellen Banken vor große Herausforderungen. Doch genau in diesem Umfeld kann eine starke, wertebasierte Organisationskultur den Unterschied machen. Sie hilft, zwischen den Anforderungen der Bankenaufsicht und den Bedürfnissen von Führungskräften, Mitarbeitenden und Kunden eine Balance zu schaffen. Letztlich ist die Frage nicht, ob eine Organisation ihre Kultur weiterentwickeln sollte, sondern wie bewusst sie diesen Prozess steuert.
Dennis Faulhaber ist Berater aus Leidenschaft. Sein fachlicher Schwerpunkt liegt in der Organisations- und Kulturentwicklung. Er wünscht sich, dass Banken und andere Organisationen den Wert ihrer Kultur erkennen und aktiv nutzen, um das Arbeitsleben der Menschen zufriedener zu gestalten. Privat ist Dennis Faulhaber sehr aktiv bei der DLRG und betreibt liebend gerne Cross Fit.
Im Rahmen unseres GUIDES FORUM „Wert(e)orientierte Unternehmensführung“ am 25. und 26. Juni 2025, wird Dennis Faulhaber neben weiteren Referenten, mit seinem Beitrag „Kulturentwicklung zwischen Regulatorik, Wettbewerbsdruck und Kunden“ seinen Blickwinkel der Kultur- und Werteentwicklung im Plenum vorstellen.
Ausblick:
Schon Mitte April 2025 wird unser Experte Dennis Faulhaber in Teil II der Reihe „Krisenmanagement durch Kulturentwicklung“ über die „Strategien für eine resiliente Kultur in Banken“schreiben.
Bis zum 11.04.2025 gilt noch unser erweiterter Frühbucher-Rabatt von 295€ (zzgl.MwSt.).
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